
Identitätskrise der Hand
Parallel Vienna Artist Statement, 2026
Diese Ausstellung wurde mit dem „Parallel Vienna Bildrecht Young Artist Award 2026“ ausgezeichnet
Link: https://bildrecht.at/news/parallel-vienna-bildrecht-young-artist-award-2026-preistrgerinnen/
In meinem Artist Statement Identitätskrise der Hand geht es um Hände, um psychische Zustände, die durch sie erzählt
werden. Identität findet in diesen Arbeiten ihr Sein durch die Hand. Als eigenständiger Körperteil trägt und lebt sie diese Zustände in sich.
Die ausgewählten Hände, Objekte und Fotografien sind Teil einer größeren Arbeitssammlung. Für dieses Artist Statement habe ich Arbeiten ausgewählt, die sich insbesondere mit Introvertiertheit, Rückzug, Verweigerung, Verdrängung und der Identitätskrise der Hand auseinandersetzen.
Die Wahl dieser Arbeiten steht auch in Beziehung zu dem Ort, an dem sie gezeigt werden. Das Otto-Wagner- Areal, die
ehemalige „Heil- und Pflegeanstalt am Steinhof“, war ein Ort, an dem psychische Zustände diagnostiziert, behandelt und untersucht wurden. Zugleich ist der Ort untrennbar mit der Geschichte von „Am Spiegelgrund“ und den
nationalsozialistischen Verbrechen an Kindern und Menschen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprachen.
Vor diesem historischen Hintergrund erhalten die in den Händen sichtbaren inneren Zustände eine zusätzliche
Bedeutungsebene. Sie begegnen einem Raum, dessen Geschichte von unterschiedlichen Formen des Umgangs mit
psychischer Krankheit geprägt ist – von Fürsorge und medizinischer Behandlung bis hin zu Ausgrenzung, Gewalt und
systematischer Vernichtung.
Eingerollte Hände – Die entfremdete Geste
Wien 2026
Füllwatte, Textil und Wachs
Diese Arbeit erzählt von Händen, die sich zurückziehen. Hände, die könnten, aber nicht tun – die sich weigern, die nicht wollen.
In dieser Bewegung des Nach-innen-Rollens wird die Introvertiertheit selbst zu einer Parodie. Es bilden sich übergroße
Rollen, auf denen die Hand liegt. Sie liegt darauf wie auf einem anwachsenden Problem, das sich immer weiter aufrollt.
Die Geste des Nach-innen-Rollens ist auch mit Scham verbunden. Sie wird zu einer Hand, die nicht nur nichts tut,
sondern sich selbst zurücknimmt – aus Scham über das eigene Handeln oder Unterlassen.
Über die Identitätskrise der Hand
Wien 2026
Auflage: 1/5
Digitale Fotografie kaschiert auf Aluminiumplatte
Die Vorstellung ist die von einer tuenden Hand und einer Identität, die sich durch diese definiert.
Ich bin durch meine Hände, ich spreche durch meine Hände
Die Hand tut.
Nach dem Tun häutet sich die Hand – sie wechselt ihre Haut – und tut anders. Nach jedem weiteren Tun häutet sie sich
erneut und verändert sich wieder. Die Gewesenheiten der Hand bleiben dabei zurück, wie abgelegte Schichten, leere
Häute.
Die Hand wechselt ihre Haut und setzt das Tun fort. Die Häutung wird zu einem ständigen Wechsel, zu einer Möglichkeit des Hautwechsels für die Hand. Damit stellt sich die Frage nach der Identität der Hand. Nach der Vielfalt der Identität und der Vielfalt der Möglichkeiten von Identität. Und auch nach der Krise dieser Identität, die durch die Vielfalt an Möglichkeiten gegeben ist.












